FAQ´s
Wieso behandelst du keine Boxenpferde?
Der Erfolg der Barhufbehandlung ist neben der Hufkorrektur maßgeblich von der Bewegung und der Bodenqualität abhängig. Das Pferd das in der Box steht, auch wenn es nur nachts ist, bewegt sich zu wenig und das auch noch auf weicher, unebener Streu. Der Huf wird sich nicht maßgeblich verbessern und Schiefstellungen können nicht beseitigt werden.
Gerne können Sie auf mich zukommen, wenn Sie trotzdem eine Beratung und Analyse wünschen, nur trimmen werde ich erst nach einer Umstellung in Offenstallhaltung.
Mein Pferd ist beschlagen und ich möchte auf Barhuf umstellen, machst du das?
Gerne helfe ich bei der Umstellung von Eisen auf Barhuf. Denn die Umstellungszeit ist oft mit Hürden, z.B. Fühligkeiten verbunden. Nur die Eisen muss derjenige abmachen, der sie aufgenagelt hat oder jemand der sich dazu in der Lage sieht- also jedenfalls nicht ich.
Du hast mir einen Behandlungsvertrag ausgegeben, was ist das?
Um Hufe wieder in Ihre richtige Form zu bringen, bedarf es neben der korrekten, regelmäßigen Pflege auch Bewegung und oft auch Haltungsänderungen. Mit dem Behandlungsvertrag gebe ich dem Kunden alle wichtigen Informationen mit Empfehlungen dazu mit. Damit kann ich sicherstellen, dass der Besitzer alles nötige dazutut, um die Hufe seines Pferdes wieder in die richtige Richtung zu lenken. Denn der beste Huftrimm kann nichts nützen, wenn nicht auch alle anderen Umstände passen!
Ich habe Probleme mit den Hufen meines Pferdes, wann und wie kann ich dich erreichen?
Immer. Solltest du Probleme haben, egal ob vor, nach oder zwischen den Bearbeitungen, kannst du mich via What´s App oder Telefon erreichen. Gerade bei kranken Hufen, z.B. von Rehepferden ist die Behandlung anspruchsvoll und für viele Pferdebesitzer mit Unsicherheiten verbunden. Hast du Probleme wie ausgebrochene Hufe, hast das Gefühl, dass das Pferd "noch unrund" geht oder findest du, dass die Hufe "komisch" aussehen, melde dich gerne sofort. Kein Tier sollte länger als nötig in unpassenden (Horn-)Schuhen laufen müssen.
Ich wohne weiter weg, kann ich dich trotzdem um einen Termin bitten?
Grundsätzlich lässt sich über alles reden. Vielleicht habe ich sowieso Termine im Grenzgebiet und zu dir ist es nicht mehr weit? Ist das nicht möglich, kommen in besonderen Situationen auch "Ferncoachings" mit Hilfe von Bildern in Frage. Individuelles Problem, individuelle Lösungen. Fragen kostet nichts.
Wissenswertes
Der Huf
Ich möchte hier niemanden mit Anatomie langweilen, wer dazu mehr wissen will, kann sich ausführliche Informationen während meiner Termine holen oder das Internet oder Fachliteratur heranziehen.
Was allerdings wichtig ist zu wissen und zu verstehen, und gerade auch für Laien:
Der Huf ist ein höchst anpassungsfähiges Körperteil. Das heißt, er wächst beständig nach und auch umliegende Strukturen wie Bänder und Sehnen können sich daran anpassen. Was heißt das für die Hufgesundheit? Grundsätzlich ist das eine gute Nachricht, denn was neu wächst, kann viel schneller neu geformt werden, anders als z.B. Knochen, die dafür viel länger brauchen.
Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Die Umformung ist mit Aufwand verbunden. Wie jeder Körper passen wir uns an unsere äußeren Umstände an, alles richtet sich nach den geforderten Belastungen aus. Muskeln wachsen nur wenn Sie trainiert werden, sie schrumpfen aber auch wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Der Mensch, der nach Jahren mal wieder draußen barfuß laufen will, wird über die harten Steine an den empfindlichen Füßen schimpfen- die harten unter uns, die das regelmäßig machen wissen aber auch, dass der Körper darauf reagiert und schnell Hornhaut wachsen lässt.
Nun zurück zu den Hufen: Wie können wir erwarten, dass der Körper gute Hufe formt und beibehält, wenn die Belastungen 1 Stunde reiten in der Halle auf weichem Sand und das 3 Mal die Woche nicht übersteigt, und das Tier sonst nur in der Box oder auf der weichen Wiese steht? Schöne, belastungsfähige Hufe entstehen dann, wenn der Körper sich an entsprechende Belastungen anpassen muss. Deshalb ist die regelmäßige Bewegung auch und gerade über hartes, unwegsames Gelände so wichtig. Wenn der Körper "weiß" , er wird regelmäßig lange Strecken über Steine laufen- wird er hartes Horn in ausreichender Quantität bilden, das den Belastungen angepasst ist.
Ein weiterer Punkt ist die Kontinuität: Manche möchten sich fragen, warum die Hufpflege in so "kurzen" Abständen nötig ist, dann ist ja meistens nicht viel zum Schneiden da und in der Natur schneidet ja auch Niemand die Hufe. Ja das ist richtig, aber denken Sie immer an die Konsequenzen für das Pferd. Während in der Natur die Pferde so viel laufen müssen, dass Abrieb und Wachstum im Gleichgewicht sind, wird bei unseren Pferden das Horn so wenig abgenutzt, dass sie beständig länger werden, deshalb brauchen Sie die Hufpflege generell.
"Und was ist daran schlimm, wenn die Hufe etwas länger sind?" Ist es für Sie bequem überlange Clownsschuhe anzuhaben? Den ganzen Tag High-Heels tragen und das wochenlang? Wir können unsere unbequemen Schuhe ausziehen, das Pferd nicht.
"Das bisschen zu viel kann nicht schaden!" Ach ja, schonmal einen winzigen Stein im Schuh gehabt? Eine kleine Scheuerstelle bei unpassenden Schuhen ertragen müssen? Auch Kleinigkeiten können Auslöser für Schmerzen und Lahmheiten sein.
Daher immer ein Apell an jeden Besitzer: Behalten Sie die Hufgesundheit Ihrer Liebsten immer im Auge, sie ist maßgeblich am Wohlbefinden des Pferdes beteiligt!
Artgerechte Haltung und Bewegung
Um zu wissen was artgerecht bedeutet und wie viel Bewegung sich daraus für das Pferd ergeben sollte, schauen wir uns mal die wilden Vertreter der Pferde an:
Kleine und große Pferdegruppen bewegen sich Tag und Nacht, laufen dabei gute 20-40 Kilometer, je nach Nahrungsangebot. Keine gedüngten Wiesenflächen, auf denen die Tiere sich quasi auf dem Fleck sattfressen können, sondern oft karges Nahrungsangebot bei dem die Pferde ein bisschen suchen müssen-Schritt für Schritt. Sie sind Witterungen und Wetterumschwüngen ausgesetzt, denen sie sich je nach Jahreszeit anpassen müssen.
Was heißt das jetzt für die artgerechte Haltung: Je näher die Haltungsbedingungen an natürliche Bedingungen herankommen, desto artgerechter ist die Haltung. Wobei das domestizierte Pferd den Luxus hat, nicht dem Darwinschen Gesetzt "Survival of the Fittest" zum Opfer fallen zu müssen. Kranke Pferde sterben nicht draußen bei Minustemperaturen, sie werden behandelt und im Zweifel warm eingepackt.
Aber wir sollten uns die Aspekte zu Herzen nehmen, die gesundheitsfördernd für unsere Pferde sind.
So ist die Bewegung ein ganz großer Punkt. Das Pferd als Bewegungstier sollte viele Kilometer am Tag laufen, mit kleinen Schritten, dem Kopf überwiegend unten, mit kleinen Pausen zum Schlafen/ Dösen und Spielen. Wie im Punkt oben schon beschrieben, sind die Böden in freier Wildbahn wechselnd: Mal Steine, mal Gras, mal sumpfiges Gebiet, mal ausgetrocknete Erde, ein paar Äste, Bäume und Sträucher im Weg, Bachläufe usw., die Mischung machts.
Also auch Offenstallpferde haben meistens nur Wiese oder Paddock zur Auswahl. Und hier sind wir wieder beim Bild des barfußlaufenden Menschen angekommen- der Fuß braucht einen Anreiz, ausreichend Hornhaut zu produzieren. Es fehlen also richtig abriebintensive Böden. Durch Ausritte und Spaziergänge im Gelände kann man das aber kompensieren.
Für die psychische Gesundheit sorgt ein gesunder Herdenverband und ausreichend Beschäftigung. Spielen, Knabbern, Fellpflege, Rennen, an dem ein oder anderem Bäumchen Nagen, wer Pferde länger beobachtet weiß, das der Tag aus mehr besteht als fressen, laufen und stehen. Nicht umsonst gibt es auf dem Markt vermehrt Spielzeuge und Produkte um das Pferd in der Box beschäftigt zu halten. Was nicht notwendig wäre, wenn dem Pferd die Möglichkeit gegeben würde, sich selbst zu beschäftigen. Ein bunter Ball mit Löchern in den ein paar Möhren gestopft sind, sind ganz sicher weit weg von den "Spielen", die sich ein Pferd aussuchen würde.
Fütterung
Die übliche Fütterung eines Pferdes besteht aus Heu, in manchen Ställen ad libitum, in wieder anderen in rationierten Mahlzeiten. Dazu kommen für Pferde im Sport Kraftfutter wie Getreide, die ein oder andere Möhre für das Pony im Reitbetrieb und für den Rentner mit schlechten Zähnen Eingeweichtes.
Also besteht der Essensplan für Menschen auch nur aus Kartoffeln, Nudeln und Fleisch?
Dem ein oder anderen mag das reichen, es ist aber weit weg von gesund und abwechslungsreich! Gutes Heu besteht z.B. aus mehr als nur Gras, doch wenige Wiesen geben noch eine artenreiche Mischung her in der auch verschiedene Kräuter ihren Platz haben. Dabei können Pferde so viel mehr als nur Gras fressen! Gehen Sie mit Ihrem Tier spazieren und lassen es einfach mal verschiedene Sachen probleren, Sie werden erstaunt sein was das Pferd alles als Leckerei einstuft. Kräuter aus den Fugen im Bordstein, die wir als Unkraut abtun, Hecken. Sträucher, Blätter, Rinde, Beeren (mein Hengst liebt es, im Herbst die reifen Hagebutten abzupflücken), Wurzeln, Blüten... Alles Dinge, die voll mit wichtigen Nährstoffen fürs Pferd sind. Und alles Dinge, die in den meisten Ställen nicht verfüttert werden. Wer jetzt denkt, mit Minerallecksteinen alles gut abgedeckt zu haben, der muss auch denken, dass ausschließlich Nudeln und ein paar Vitamintabletten aus der Apotheke eine ausgewogene Ernährung seien.
Schauen Sie über den Tellerrand hinaus! Eine gute, abwechslungsreiche Ernährung beugt viele Probleme und Krankheiten vor und fördert die Gesundheit Ihres Pferdes!
Wie hängt das jetzt alles zusammen und was hat das mit den Hufen zu tun?
Gutes Futter = Guter Stoffwechsel, gute Hornqualität
Viel Bewegung= aktiver Stoffwechsel, gute Hornqualität
Gute Hufpflege= Gute Hufform, gute Stellung, gesunder Bewegungsapparat
Gute Gesellschaft: Glückliches, ausgeglichenes Pferd = Glücklicher Besitzer und glücklicher Hufbearbeiter
